Diese Seite ist nicht besonders aufwendig gestaltet, was hauptsaechlich
daran liegt, dass ich sie in einem Internet-Cafe in Puno/Peru entworfen
habe.

Also von Anfang an: Als ich in Deutschland um 6.00 Uhr morgens mich in Richtung Flughafen aufmachte, lag in Unteralpfen noch Schnee, und es hatte knapp ueber null Grad. Dann ging es von Zuerich nach Madrid, wo mein Flieger erstmal 2 Stunden Verspaetung hatte. Spaeter mussten alle wieder aus dem Flieger aussteigen, weil er nicht wenig Kerosin verloren hatte...
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Weiter ging es nach Ica, das als Stadt nicht so viel zu bieten hat. Dafuer ist in der Naehe die Huacachina-Oase, die wie eine Sahara-Oase aus dem Maerchen aussieht. Dort konnten wir wunderbar in der Lagune baden, und mit Sandboards die Duenen hinuntersnoeben!

Unsere Reise ging weiter nach Puno, was wirklich ein Hoellentrip war:
die Strasse war mehr ein riesiges Schlagloch, und da wir ueber Nacht fuhren,
flogen wir durch die Gegend und konnten natuerlich nicht schlafen. Dazu
kam die Hoehe, denn Puno (am Titicacasee) liegt fast auf 4000m. Wir waren
ziemlich am Ende.
In Puno besichtigten wir die nahegelegenen Sillustani-Ruinen.
Dann ging es weiter Richtung Bolivien. In Tiwanaku schauten wir uns die Ruinen des alten Inka-Zentrums an. Ganz toll war, dass die Anlage um 17.00 Uhr geschlossen wurde, und als wir um 17.10 rauswollten, war es leider schon abgeschlossen. Joerg kletterte kurzerhand ueber den Zaun, was er besser nicht getan haette, denn kurz darauf kam ein Polizist, meinte, dass es ein Verbrechen sei, ueber den Zaun zu klettern und bat uns, mit auf die Wache zu kommen. Dort erfuhren wir, dass die Strafe darauf 24h Gefaengnis ist. Da der Museumswaerter aber besser haette schauen muessen und wir Touristen sind, reichte es ihm, wenn wir "zusammenarbeiten" wuerden. Also kauften wir ein Aktenbuch und 200 Blatt Papier fuer die Polizei, was ungefaehr 7 DM kostete, und die Sache war erledigt.
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Unser naechster Aufenthalt war La Paz, wo es zwar nicht viel zu sehen gab, ausser dem Markt, der praktisch die ganze Innenstadt einnimmt und wo man alles kaufen kann von Alpaka-Pullis (10-35 DM, je nach Qualitaet) ueber Stoffbeutel, Kunstwerke, Panfloeten bis hin zu getrockneten Lama-Embryos und Talismanen...
Zurueck in Puno fuhren wir mit dem Boot zunaechst zu den schwimmenden Uro-Schilfinseln. Sie wurden komplett aus Schilf in den See gebaut, und es leben doch tatsächlich Leute darauf und verkaufen den wenigen Touristen selbstgemachte Souvenirs.
| Spaeter ging es weiter zu der Taquile-Insel, wo die alte Kultur noch sehr gut erhalten werden konnte. Dort spinnen die Frauen, und die Maenner stricken, was etwas witzig ist, weil wir in Deutschland das eigentlich andersherum gewoehnt sind... | ![]() |

Danach machten wir uns auf nach Cusco, wo die wohl bekanntesten Attraktionen von Peru sind. Die Zugfahrt dorthin war witzig, wenn auch etwas lang (10h), und vor allem schaukelig. Kaum zu glauben, dass sich der Zug auf den Schienen halten konnte...
Der Hammer war der Bahnhof in Juliaca, wo sich Einheimische am geschlossenen Eingangstor draengten und Alpaka-Pullis fuer 18 Soles (9 DM) anboten und viele andere Sachen. Es erinnerte ein bisschen an ein Gefaengnis, mit den Gitterstaeben, und als ich mich naeherte, wurden mir gleich die Preise und auch die Waren entgegengeschleudert.
In Cusco angekommen, wollten wir die Parroquia (Gemeinde) Santiago Apostole
besuchen, weil Joergs Heimatstadt eine Partnerschaft mit ihr hat. Wir fragten
also ein paar Polizisten, die sie aber nicht kannten; da behauptete ein
Taxifahrer, er kenne sie und bringt uns hin. Wir haben den Fahrpreis erstmal
von unverschaemten 5 Soles auf immer noch teure 3.50 heruntergehandelt,
doch gleich nach Fahrtantritt stellte sich heraus, dass er sie doch nicht
kannte. Er wuerde sich aber durchfragen. Nachdem wir 10 Minuten im Mist
herumgefahren sind, fragte er an der Plaza de Armas einen Touristenpolizisten,
der behauptete, dass so etwas nicht existiere. Natuerlich wollte der Taxifahrer
Geld, und dummerweise schlug sich der Polizist in der folgenden langen
Diskussion auf die Seite des Taxifahrers. Nach 10 Minuten sinnlosem Diskutieren
zahlten wir schliesslich die geforderten 3 Soles fuer einen Service, den
wir nicht wollten.
Es erscheint jetzt vielleicht etwas geizig, dass wir wegen 1.50DM so
einen Aufstand machen; wer aber sich an die Preise in Peru gewoehnt hat,
weiss, dass ein Taxi in Cusco 2 Soles kostet, und dass es genug Geld ist.
Fuer 2 Soles bekommt man hier ein Menu mit Suppe, Hauptgang und Getraenk
oder 10 bis 15 Broetchen der besseren Sorte. Als Tourist wird man jedoch
haeufig gelinkt. Oft kann der zuerst geforderte Preis auf fast die Haelfte
gesenkt werden, wenn man sich nicht hereinlegen laesst.
Ein Beispiel: An der Plaza boten uns Schlepper von Hotels Zimmer fuer 20-30 Dollar (!) die Nacht an, nach ein bisschen Nachhaken waren wir bei 20 Soles das Doppelzimmer, fast an der Plaza, in einem netten Hotel. Das billigste hier ist 7-8 Soles pro Person, also 7-8 DM das Doppelzimmer.
Heute ist uebrigens mein Geburtstag (25. 3.), und obwohl ich meine Freunde eingeladen habe, wollte irgendwie keiner kommen...

Am naechsten Tag (26. 3.) gingen wir erst auf den Markt, wo es alles moegliche zu recht guenstigen Preisen gibt. Unsere Aufmerksamkeit galt vor allem Markenklamotten, die hier fuer Preise verkauft werden, fuer die man in Deutschland vielleicht mit etwas Glueck ein muedes Laecheln bekommen wuerde. Beispielsweise Baseball-Kappen mit jeder Marke aufgestickt um 10 Soles (5 DM), oder eine schicke und gut verarbeitete Jacke von "No Fear" fuer 55 Soles (ca. 27 DM)... Der Witz an diesen Sachen ist, dass sie nicht von schlechterer Qualitaet als in Deutschland sind, auch wenn sie vielleicht nicht gerade wirklich von der entsprechenden Marke gefertigt wurden. Aber es sind fast perfekte Faelschungen, und mich stoert das wenig.
Danach besichtigten wir die Stadt, und Santiago Apostole fanden wir
auch (ja, ja, existiert nicht...). Cusco ist sehr interessant: Es war frueher
die Hauptstadt des Inka-Reiches, und als die Spanier es eroberten, schmolzen
sie erstmal das Gold ein, das ueberall die Stadt zierte. Ausserdem zerstoerten
sie die alten Tempelanlagen der Inkas, weil es ja alles heidnisch war.
Bald bekamen sie aber Probleme mit den fast unzerstoerbaren Mauern, die
aus riesigen, kompliziert geformten, aber millimetergenau passend behauenen
Steinen bestehen. Also bauten sie kurzerhand ihre praechtigen Kirchen und
Gebaeude auf die alten Fundamente. Bei den zahlreichen Erdbeben wurden
die kolonialen Gebaeude jedoch immer wieder beschaedigt oder zerstoert,
nur die Inka-Mauern ueberstanden alles unbeschaedigt.
Fortsetzung folgt...
